Code of Conduct für das Wutzrock Festival

Solidarität statt Ausgrenzung

1. Präambel: Wofür Wutzrock steht

Das Wutzrock Festival ist mehr als nur Musik – es ist eine politische Veranstaltung, die für eine „Kultur von unten, für alle und von allen“ steht. Dieser Code of Conduct ist die verbindliche Grundlage für unser Miteinander auf dem Gelände. Wir wollen einen Raum schaffen, der solidarisch, nicht-kommerziell, antifaschistisch und frei von Sexismus ist. Dieser Verhaltenskodex gilt für alle Gästis, Artists, helfenden Hände und das gesamte Wutzrock-Team.

2. Unser Fundament: Gelebte Antidiskriminierung & Antifaschismus

Wir erkennen an, dass Machtstrukturen wie Rassismus, Sexismus, Ableismus und Klassismus unsere Gesellschaft prägen. Auf dem Wutzrock Festival setzen wir diesen Strukturen aktiv etwas entgegen:

  • Null Toleranz gegenüber Menschenfeindlichkeit: Wir dulden keinerlei Form von Rassismus, Sexismus, Faschismus, Antisemitismus, Ableismus, Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit, Queerfeindlichkeit oder anderer Diskriminierung.
  • Politisches Hausrecht: Personen, die rechtsextremen Organisationen oder der Szene angehören (z.B. AfD, NPD, „Freie Kameradschaften“, „Generation Deutschland“), haben keinen Zutritt und erhalten konsequent Platzverbot.
  • Intersektionalität & Reflexion: Wir verstehen Antidiskriminierung als ständigen Lernprozess und sind bereit, unsere eigenen Privilegien zu hinterfragen.
  • Solidarität (Allyship): Wir schauen nicht weg. Wir ergreifen Partei für Betroffene und intervenieren bei diskriminierendem Verhalten. Aus Solidarität und für ein respektvolles Miteinander bitten wir alle Menschen, auf Oberkörperfreiheit zu verzichten.

3. Unsere Praxis: Eine aktive Konsens-Kultur („Nur Ja heißt Ja!“)

Dein Wohlbefinden steht im Mittelpunkt. Respekt vor den Grenzen aller ist die Basis unseres Festivals:

  • „Nur Ja heißt Ja“: Jede Form von Annäherung – ob körperlich, verbal oder sozial – erfordert ein klares, freiwilliges und begeistertes „Ja“.
  • Grenzen respektieren: Schweigen, Zögern oder ein „Vielleicht“ bedeuten immer „Nein!“.
  • Widerrufbarkeit: Konsens kann jederzeit ohne Begründung zurückgezogen werden. Ein „Nein“ wird sofort und ohne Diskussion akzeptiert.
  • Achtsamkeit: Wir achten besonders darauf, keinen Druck auszuüben, da Hierarchien oder die Festival-Situation die Fähigkeit, frei „Nein“ zu sagen, beeinflussen können.

4. Das Awareness-Team: Unterstützung vor Ort

Wenn du dich unwohl fühlst, diskriminiert oder belästigt wirst, sind wir für dich da:

  • Erkennbarkeit: Du findest uns in den lila Westen auf dem gesamten Gelände.
  • Parteilichkeit & Anonymität: Wir stehen auf deiner Seite, nehmen deine Wahrnehmung ernst und garantieren absolute Vertraulichkeit.
  • Erreichbarkeit: Du kannst uns direkt ansprechen, zum Awareness Point (unserem Pavillon) kommen oder uns unter der Festival-Notrufnummer erreichen.
  • Weitere Ansprechpersonen: Du kannst dich auch an unsere Secu wenden. Sicherheit und Ordner:innen erkennst du an den weißen Westen. Auch die Menschen an unseren Ständen und alle erkennbaren Crewmitglieder helfen dir weiter. Bei Bedarf stellen sie den Kontakt zum Awareness-Team her.

5. Umgang mit Konflikten: Impact over Intent

Fehler passieren, aber entscheidend ist die Verantwortungsübernahme (Accountability):

  • Betroffenen-Perspektive: Die Wirkung auf die betroffene Person zählt mehr als die Absicht der verursachenden Person.
  • Verantwortung übernehmen: Wer auf Fehlverhalten hingewiesen wird, ist aufgefordert zuzuhören, Abwehrreflexe zu prüfen und das Verhalten nachhaltig zu ändern.
  • Konsequenzen: Grenzverletzendes Verhalten führt zum Ausschluss vom Festival.

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